5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt
5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt
Eine Initiative der Ev. Kirchen in Hessen und Nassau (EKHN) und von Kurhessen- Waldeck(EKKW)
Im Herbst 2012 standen 2.700 Konfirmandinnen und Konfirmanden der beiden hessischen Landeskirchen in 250 Backstuben, kneteten Teig für fast 15.000 Brote und sammelten mit den fertigen Brote 67.000 Euro. Das Geld wurde dem Jugendhilfeprojekt „Ein Zuhause für die Ausgestoßenen“ in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, gespendet, das Jugendliche darin unterstützt, einen Schulabschluss und eine Berufsausbildung im Bäckerhandwerk zu machen.
Was war passiert?
Im Frühjahr 2012 erhielten alle Pfarrerinnen und Pfarrer der ev. Kirchengemeinden einen Brief mit dem Vorschlag, das „Brot“ in den Mittelpunkt ihrer Konfiarbeit zu stellen und über dessen Bedeutung aus theologischer und gesellschaftspolitischer Perspektive zu sprechen mit Impulsen zum Abendmahl, der Speisung der 5000 oder zum Hunger in der Welt.
Zum Erntedankfest sollten die Konfis dann gemeinsam mit Bäckereien vor Ort Brote backen und sie gegen eine Spende abgeben.
Die Initiatoren der Aktion 5000 Brote vermittelten bei Bedarf Kontakte zu Bäckereien. Sie stellten Material zur Welternährung, zum Spendenprojekt in Bogotá sowie zum Erntedankgottesdienst bereit.
Bei über 250 Kirchengemeinden und Bäckereien stieß der Vorschlag auf offene Ohren und setzte viel Kreativität frei.
In den Konfifreizeiten lernten die Jugendlichen, wie es um die Lebensbedingungen ihrer Altersgenossen in Kolumbien steht, dass das Einkommen von Familien dort häufig nicht für das Überlebensnotwendige reicht und schon gar nicht für den Schulbesuch oder eine Ausbildung. Einige Konfis erstellten Plakate über den Hunger in der Welt für eine Ausstellung.
Vor dem Erntedankgottesdienst warben Konfis mit Brotgutscheinen auf Gemeindefesten oder Wochenmärkten oder stellten ihre Aktion über regionale Radiostationen wie Radio Weinwelle im Vorderen Odenwald vor.
Der Höhepunkt für alle Beteiligten war aber die Backaktion selbst. Manche Bäcker stellten sich mit den Konfis nachts um zwei in die Backstube. Andere planten Backaktionen an jedem Wochenende bis zum 1. Advent. Und überall war die Freude an der gemeinsamen Aktion groß.
Die Jugendlichen stürzten sich mit viel Tatendrang aufs Teigkneten, Brotformen und -verzieren und fanden es klasse, damit etwas für Jugendliche, denen es nicht so gut geht, tun zu können. Die Bäcker waren überrascht von dem Initiativgeist und dem Engagement der jungen Menschen. Ihr Motiv, jungen Menschen das Bäckerhandwerk nahe zu bringen und ihnen zu zeigen, wie das lebenswichtige Nahrungsmittel Brot hergestellt wird, ist voll aufgegangen. Dafür öffneten sie ihre Backstuben gerne. Die Pfarrerinnen und Pfarrer erlebten ihre Konfis hoch motiviert und schufen mit der Aktion ein gutes Gemeinschaftsgefühl. Sichtbar wurde das in den sich anschließenden Erntedankgottesdiensten, an denen sich alle Konfis aktiv beteiligten. In Darmstadt-Wixhausen, beim zentralen Erntedankgottesdienst meditierten die Konfis beispielsweise mit den Gottesdienstbesuchern über die Zutaten, die man zum Brotbacken braucht. Für manche war es das erste Mal, dass sie vor einer größeren Gruppe von Menschen sprachen. Im Rahmen dieses Gottesdienstes eröffneten der Kirchenpräsident der Ev. Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung und der Landesinnungsmeister der Bäckerinnung Hessen Wolfgang Schäfer offiziell die Backaktion. Jung bedankte sich bei allen Konfis dafür, dass sie sich für Jugendliche ihrer Altersgruppe in Kolumbien engagieren und bei den Bäckern für ihre Kooperationsbereitschaft.
Ein Gewinn für alle
Das Projekt wirkte auf vielen Ebenen.
Zuerst einmal profitierten die jungen Menschen. Sie lernten alle Arbeitsschritte, die zum Brotbacken nötig sind und können jetzt selbst Brot herstellen.
Im Alter von 14 bis 15 Jahren sind die Jugendlichen zum ersten Mal mit der Frage der Berufsorientierung konfrontiert. In der Schule stehen Praktika bevor. Mit der Aktion bekamen sie als Gruppe so ganz nebenbei einen ersten Einblick ins Bäckerhandwerk und eine Vorstellung vom Ausbildungsberuf des Bäckers.
Die Gemeinschaftsaktion ermöglichte es den Bäckern, ihr Handwerk vorzustellen, Werbung für das eigene Geschäft zu machen und möglicherweise auch Jugendliche für die Ausbildung im Bäckerhandwerk zu interessieren.
Die Pfarrerinnen und Pfarrer erhielten Material und Anregungen für die Konfirmandenarbeit und knüpften Kontakte zu Bäckerinnen und Bäckern des Ortes.
Aber auch unter dem Gemeinwesenaspekt erreichte die Aktion gute Erfolge. Es trafen sich Jugendliche und ihre Eltern, Mitglieder der Kirchengemeinden, Bäckerinnen und Bäcker, aber auch Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes, die zum Teil eigens wegen der Brote in die Kirche oder das Gemeindehaus kamen. Alle trugen dazu bei, ein Netzwerk zu bilden und soziale Verantwortung zu übernehmen.
Kirchliche Arbeit wurde durch das starke Presseecho besonders positiv wahrgenommen.
Und das lohnte sich am Ende auch für die Jugendlichen in Bogotá. Mit den insgesamt 67.000 Euro kann die Arbeit der Jugendhilfeeinrichtung für mindestens eineinhalb Jahre gesichert werden.
Initiiert wurde „5000 Brote –Konfis backen Brot für die Welt“ vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN und in Kooperation mit dem Bäckerinnungsverband Hessen, dem Referat Wirtschaft, Arbeit und Soziales der EKKW, den religionspädagogischen Instituten der beiden Landeskirchen sowie dem Zentrum Ökumene der EKHN und Brot für die Welt durchgeführt.
- EKHN Vodcast zum Projekt:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=a8ctYt-aIcI
- Groß-Gerau:
https://www.youtube.com/watch?v=Yx9247pGsX4
- Hessenschau:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&xtcr=3&xtmc=Erntedank&type=d&key=standard_document_46217859
Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung
Ev. Kirche in Hessen und Nassau
Siegfried Schwarzer (Erziehungswiss.M.A.)
Referat Handwerk, Berufl. Bildung
Albert-Schweitzer-Str. 113-115
D-55128 Mainz
Telefon: 06131 - 28744 – 52
Fax: 06131 - 28744 - 11
E-Mail: S.Schwarzer@ZGV.info
RELIGIONSPÄDAGOGISCHES INSTITUT (RPI)
der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
Andrea Knoche, Pfarrerin
Projektstelle Konformandenarbeit
Theodor - Heuss - Ring 52
63128 Dietzenbach
Telefon: 06074 - 482 88 - 0 (Zentrale)
Telefon: 06074 - 482 88 - 23 (Durchwahl)
Fax: 06074 - 482 88 - 20
E-Mail: andrea.knoche@rpi-ekhn.de
Web: http://www.rpi-ekhn.de
Referat Wirtschaft, Arbeit, Soziales
Ev. Kirche in Kurhessen-Waldeck
Dieter Lomb
Wilhelmshöher Allee 330
34131 Kassel
Tel.: 0561 - 92 00 1265
E-Mail: dieter.lomb@ekkw.de
Der Erlös geht an „Ein Zuhause für die Ausgestoßenen“ im Süden Bogotás, ein Projekt von Brot für die Welt in Kolumbien. Dort leben drei Viertel aller Familien in Armut und die Zahl der Schulabbrecher ist hoch. Viele Jugendliche wachsen ohne Perspektive auf. Die Fundación Creciendo Unidos (Stiftung Gemeinsam Wachsen) hilft ihnen, einen Schulabschluss zu machen und sie in der eigenen Bäckerei an eine Berufsausbildung heranzuführen.
Kolumbien - das Land des Kaffees, der Bananen und der Blumen, der Rhythmen von Salsa und Cumbia. Die andere Seite: Bürgerkrieg, Drogen und Gewalt. Die Gegensätze könnten kaum größer sein. Seit mehr als 50 Jahren führen Armee, paramilitärische Gruppen und Guerilla einen blutigen Bürgerkrieg. Der Drogenhandel heizt Krieg und Gewalt weiter an. Auf einer Fläche dreimal so groß wie Deutschland leben 44,5 Millionen Menschen.
Die Hauptstadt Bogotá ist mit nahezu 8 Millionen Einwohnern eine der größten Städte Lateinamerikas. Das soziale Gefälle in Kolumbien ist enorm. Villenviertel und Slums prägen das Stadtbild. Insgesamt lebt mehr als ein Viertel aller Kolumbianer unter dem vom Staat definierten Mindeststandard.
Die arme Stadtbevölkerung lebt in den sogenannten „Favelas“ am Stadtrand von Bogotá. Im Stadtviertel Los Laureles, das an einem der vielen Hänge im Süden klebt, gab es nie eine Bauplanung. Wo eine Familie einen freien Platz fand, hat sie ein Haus zusammengezimmert. Die meisten Bewohner von Los Laureles sind ehemalige Bauern aus dem Landesinneren, die vor der Armut und dem Bürgerkrieg geflohen sind.
Eine kleine Minderheit herrscht über die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Kolumbien hat aber auch starke soziale Bewegungen und Gewerkschaften. Eine breite Zivilgesellschaft setzt sich für Frieden und Gerechtigkeit ein. Viele Menschen setzen sich trotz langer Gewalt- und Leidensgeschichte für ihren Traum von einer Gesellschaft ohne Krieg, Armut und Unterdrückung ein. Darunter sind auch Partnerorganisationen von "Brot für die Welt".
Die Fundación Creciendo Unidos, zu deutsch „Stiftung Gemeinsam Wachsen“, gibt es seit 1986. Ursprünglich wurde sie gegründet, um arbeitenden Kindern das Lesen und Schreiben beizubringen. Reinel García, der Direktor der Stiftung, erzählt: „Zunächst einmal erwarten die Kinder, die zu uns kommen, Zuneigung. Natürlich bieten wir ihnen auch schulische und berufliche Bildung an. Aber vor allem wollen wir, dass sie sich bei uns zu Hause fühlen. Gerade wegen der schwierigen familiären Situation, in der die meisten Kinder leben, wollen wir ihnen ein Gefühl von Geborgenheit geben.“
Die Stiftung betreibt auch eine Schule für Kinder, die von den staatlichen Schulen ausgeschlossen wurden, sei es wegen zurückgebliebener schulischer Entwicklung oder sei es wegen auffälligen Verhaltens, so erklärt Salomón Gonzáles, Koordinator von FCU. In dieser werden derzeit 65 Jungen und Mädchen zwischen sieben und 17 Jahren in drei verschiedenen Lernstufen unterrichtet. Dabei versteht sich die Schule als so etwas wie eine Brücke zwischen den Kindern und der staatlichen Schule – irgendwann sollen sie dorthin zurückkehren.
Downloads zum Kolumbien Spendenprojekt
Powerpoint Präsentation zum Kolumbien Projekt - Download [4.132 KB]
Text der Powerpoint Präsentation zum Kolumbien Projekt- Download [200 KB]
Kolumbien Projektinformation als PDF - Download [458 KB]
Gemeindebriefvorlage - Download [762 KB]
Kollektenaufruf - Download [683 KB]
Material für einen Gottesdienst am Erntedankfest( Entwurf)
Download als WORD Datei [36 KB]
Arbeitsmaterialien für das Projekt zum Thema "Weltweite Ernährung"
Unterrichtsentwurf zum Thema „Weltweite Ernährung“ für einen Blocktag (4 - 6 Zeitstunden + Pausen)
Download als WORD Datei [27 KB] [55 KB]
Unterrichtsentwurf zum Thema „Weltweite Ernährung“ für eine Doppelstunde (90 min.)
Download als WORD Datei [22 KB] [44 KB]
Bausteine "Weltweite Ernährung"
Download als WORD Datei [28 KB] [53 KB]
Ernährung Weltweit. Kurze Präsentation für Konfirmanden
Download als PPT [3.449 KB] [3.449 KB]
Kompakte Darstellung zur Welternährungskrise, speziell für Jugendliche (PPT)
Download als PPT [6.204 KB]
dazu: Zusatztexte zu den Folien " Welternährungskrise"
Download als WORD Dokument [39 KB]
Arbeitsmaterialien für das Projekt zum Thema "Abendmahl"
Brot des Lebens – ein Symbol
Ein Konfirmandentag, auch zum Thema "Abendmahl"
Mit den Konfirmand/innen über Brot, seine Funktion und Bedeutung (sättigend, gemeinschaftsstiftend u. ä.) nachzudenken, ist ein Aspekt der vorliegenden Einheit. Dass Brot sättigt und schmeckt soll für die Konfirmand/innen auch sichtbar und sinnlich erfahrbar werden, ebenso seine gemeinschaftsstiftende Funktion – ein zweiter Aspekt dieser Einheit, die im Zusammenhang mit dem Abendmahl verstanden werden kann.
Download [42 KB]
________________________________________
siehe auch: Material zum Kolumbien Projekt
_______________________________________
Frage: Kann ich auch als rheinland-pfälzische Gemeinde mitmachen?
Antwort: Selbstverständlich können Sie auch mit Ihrer Konfi-Gruppe aus Rheinland-Pfalz an der Aktion mitwirken. Wenden Sie sich an Siegfried Schwarzer im "Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung" der Ev. Kirche in Hessen und Nassau
Telefon: 06131 - 28744 – 52
E-Mail: S.Schwarzer@ZGV.info
Frage: Kann ich auch als Gemeinde in Thüringen teilnehmen?
Antwort: Selbstverständlich können Sie als Kirchengemeinde der EKKW in Thüringen an der Aktion teilnehmen. Wenden Sie sich bitte an Herrn Dieter Lomb, im "Referat Wirtschaft, Arbeit, Soziales" der Ev. Kirche in Kurhessen-Waldeck
Tel.: 0561 - 937 8354
E-Mail: dieter.lomb@ekkw.de
Frage: Wie finde ich als Gemeinde einen teilnehmenden Bäckereibetrieb?
Antwort: Füllen Sie das Anmeldeformula [69 KB]
r aus.
Sie erhalten dann Informationen zu einem Bäckerbetrieb zu dem Sie Kontakt aufnehmen können.
Frage: Wie finde ich als Bäcker eine teilnehmende Kirchengemeinde?
Antwort: Füllen Sie das
_____________________________










