Impulspost Segen

Impulspost Frühjahr 2014

„Zum Glück gibt’s den Segen“
Materialien für den Unterricht und Schulaktionen


Glück und Segen – wer wünscht sich und anderen das nicht? Dieses Wortpaar greift die Impulspost der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) im Frühjahr 2014 auf. Ihr Motto lautet: „Zum Glück gibt’s den Segen“
Glück ist Glücksache, denn Glück ist unverfügbar und vergänglich. Die Jahreslosung „Gott nahe zu sein ist mein Glück“ (Psalm 73,28) betrachtet Glück allerdings als Teil der persönlichen Glaubensgeschichte. Sie regt an, zu Glückssuchern des Glaubens zu werden. Segen ist nicht Glückssache aber dennoch unverfügbar, denn in ihm steckt die geheimnisvolle Kraft Gottes, die sich auf vielerlei Weise ausdrücken kann. Segen verheißt gelingendes Leben, deshalb endet jeder Gottesdienst mit dem Segen. Segen gibt es auch jenseits von Kirchenmauern. Man kann ihn erfahren und selber weitergeben. Gesegnet werden und Segen sein – um diesen Zusammenhang geht es der Impulspost insbesondere.
Glück und Segen – die Aktion Impulspost
Anfang Mai erhalten alle Mitglieder der EKHN, dann zum vierten Mal, ein ansprechend gestaltetes Schreiben ihrer Kirche per Post ins Haus. Der „Impulsbrief“ ist eine Anregung zum Nachdenken über den Segen – und ermutigt, auch selbst das Segnen auszuprobieren. Der Brief hat dieses Mal die Form eines kleinen Heftes. Die Aktion passt gut in die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten.
Materialdienst auch für Lehrerinnen und Lehrer
Zu der Aktion gehören Materialien, die Kirchengemeinden, Dekanate und Lehrkräfte an den Schulen für ihre Aktivitäten und für den Unterricht nutzen können: Plakate, Roll-Ups, Banner und Fahnen für Kirchen- und Schulgebäude, Segenskarten und Aufkleber. Bestellmöglichkeiten finden Sie auf der internen Webseite www.gluecksegen.de (Password: Segen). Auf der Webseite stehen auch Beiträge zum Download bereit.
Auch der Impulsbrief, welcher an alle Haushalte verschickt wird, kann als Segensheft in Klassensatz –Stärke kostenfrei bestellt und für die Arbeit in der Schule verwendet werden. Ebenso bestellt werden können kostenlos die Segenskärtchen im Visitenkarten Format (siehe Materialseite in diesem Heft). Die Segenskärtchen zur Bestellung sind natürlich wesentlich „edler“ als unser Materialbogen im Heft. Sie sind optisch sehr ansprechend, sind auf Vorder- und Rückseite farblich gestaltet und bieten auf der Rückseite die Möglichkeit eines handschriftlichen Grußes. Poster, Aufkleber und Segenskarten können – auch über die gesetzte Bestellfrist hinaus – solange Vorrat reicht

Motive
Die Motive der Impulspost zeigen, dass Segen „vom Himmel kommt“ und gleichzeitig das Leben auf der Erde bereichert. Die vielen Tropfen stehen für die vielfältige Weise, auf die Gottes Segen wirken kann. Sie kommen „von oben“, von Gott, und sollen weiter fließen: Gesegnet werden und Segen sein. Die kräftigen und quellenden Hintergrundfarben lassen etwas vom Geheimnis des Segens erahnen.

Alle Bestellungen an:
Medienhaus
Rechneigrabenstr. 10
60311 Frankfurt
Tel. 069 / 92 107 414
Fax 069 / 92 107 433
E-Mail impulspost@ev-medienhaus.de



„An Gottes Segen ist alles gelegen“

Bausteine und Entwürfe für die Konfirmandenarbeit
von Pfrn. Dr. Andrea Knoche, RPI der EKHN

Der Segen im Konfirmationsgottesdienst bedeutet für viele Jugendliche und ihre Familien ein ganz wesentliches Ziel der Konfirmandenzeit. Mit Gottes Segen den Weg weiterzugehen aus der Kindheit ins Erwachsenenleben, das wünschen sich mehr als zwei Drittel der Jugendlichen, nach den Ergebnissen einer bundesweiten empirischen Studie zur Konfirmandenarbeit.

Doch: was ist das eigentlich – Segen?
„Segen ist die Fähigkeit zu geben, was man nicht hat“, so umreißt der Theologe Fulbert Steffensky seine Sicht des Themas in einem kurzen, treffenden Text, der als Anregung und Orientierung für die Unterrichtenden den KA-Entwürfen vorangestellt ist.

Ein Basistext zum Thema Segen … nicht nur für die Konfirmandenarbeit Fulbert Steffensky, Segen ist die Fähigkeit zu geben, was man nicht hat [186 KB]

 

Zugang über Gesten

In der Umgangssprache kommt der Begriff eher selten vor, auch wenn das Bedürfnis danach keineswegs gering zu sein scheint. Es gibt unzählige Geschenkbüchlein, Glückwunschkarten und Internetseiten mit irischen und anderen Segenssprüchen. Segen hat hier etwas Feierliches an sich und ist besonderen Gelegenheiten vorbehalten.

Es ist eher nicht vorauszusetzen, dass Konfirmandinnen und Konfirmanden mit dem Begriff etwas Greifbares verbinden. Sie kennen die mit erhobenen Händen gesprochenen Segensworte am Ende des Gottesdienstes, doch daraus erschließt sich eine mögliche Bedeutung von Segen nicht automatisch. Und das, was sie persönlich damit verbinden, steht sicher noch auf einem anderen Blatt.

Eine Zugangsmöglichkeit ist hier die über das Erleben, über die Worte und Gesten des Segens, wie er im Gottesdienst zugesprochen wird. Segen ist nichts, was sich rein kognitiv erschließen lässt. Ein persönliches Berührt-Sein gehört dazu. Daher ist die Erfahrung des Segnens und Gesegnet-Werdens eine wichtige Voraussetzung, um der Bedeutungen von Segen näher zu kommen.

Die Worte bei der Einsegnung im Konfirmationsgottesdienst bilden dazu den Einstieg. Was sie sagen und wie die Jugendlichen sie verstehen, soll ihnen helfen dem Segen auf die Spur zu kommen.

„Segen kennenlernen mit Gesten“ – KA-Stunde (90 min.)(nach einem Baustein aus: Berthold-Scholz, Rudolff, Verstehen, was da läuft, pti Kassel, 2011, S. 28 ff) [992 KB]

 

Predigt

Pfr. Dietmar Volke, Bartningstr. 44 b, 64289 Darmstadt

Predigt zur Konfirmation am 18.05.2014 „Zum Glück gibt’s den Segen“ über Gen 28, 10 – 19a

Liebe Konfis, liebe Familien und Gäste unserer Konfis, liebe Gemeinde!

Habt ihr’s gesehen? Das Motto des heutigen Tages steht ganz groß auf unserer Kirche: „Zum Glück gibt’s den Segen!“. Und auf unserem Gottesdienstheft ist es auch noch mal gedruckt.
„Zum Glück gibt’s den Segen!“. Den gibt’s heute für euch Konfis.
Der Segen Gottes (hm) – wir tun uns meist schwer zu beschreiben, was das denn ist. Wir haben eine Ahnung davon, dass das gut ist für uns und unser Leben.

Ich behaupte: Der Segen ist ein geheimnisvolles Plus. Man spürt den Segen als Gottes großes JA zum eigenen Leben.
Ich möchte euch und Sie mitnehmen in eine Segensgeschichte in der Bibel. Sie steht ziemlich am Anfang, im ersten Buch der Bibel. Jakob hat sich draußen schlafen gelegt. Mitten in der Nacht, da tut sich der Himmel auf…

Die ganze Predigt als WORD Datei. [31 KB]

 

Der Segen in der Jakobsgeschichte

(Entwurf für Stunde und Blockeinheit)
In biblischen Texten wird gerade im Alten Testament mit Segen eine Fülle von materiellen Gütern verbunden. Diese Form des Segens lässt sich aus entsprechenden Textabschnitten leicht herausarbeiten. Leitung, Fürsorge und Schutz gehören ebenso dazu. – So kann das Missverständnis aufkommen, als sei Gottes Segen eine Art magischer Schutzmantel, der einen hindernisfreien Weg durchs Leben garantiert. – Die Erzählungen von Jakob und Josef zeigen das Gegenteil: beide waren reichlich gesegnet, was ihnen aber keineswegs ein dauerhaft glückliches Leben bescherte. Gott hat sie in den Höhen und Tiefen ihres Weges nicht verlassen und sie für andere zum Segen werden lassen. Doch Segen und Glück sind hier nicht gleichzusetzen.

Die Beschäftigung mit Jakobs Geschichte, vor allem mit seinem Kampf am Jabbok, kann diese Spannung deutlich machen. Eine kürzere Fassung des Themas konzentriert sich daher auf Jakobs Kampf am Flussufer und die Unterschiede im Verständnis von Segen und Glück. - In einer längeren Block-Einheit wird Jakobs Lebensgeschichte mit dem Rückblick auf den Lebensweg der Konfirmandinnen und Konfirmanden verbunden, um sie darin zu unterstützen Gottes Segen als Deutungsmöglichkeit für Erfahrungen ihres eigenen Lebens zu entdecken.


„Was heißt hier Segen? – Jakobs Kampf am Fluss Jabbok“ – KA-Stunde (90 min.) [47 KB]

„Segen auf dem Lebensweg – mit Jakob unterwegs“- KA-Block-Einheit (ca. 3 Stunden + Pausen) [331 KB]
(Methodisch angelehnt an Hinderer/Tröndle, Meinem Leben auf der Spur …– eine »Taufspirale«, S. 9ff, in: KU-Praxis 56)

 

Segen ist wie…

(ein Wochenende zum Thema Segen)
Die Block-Einheit „Segen ist wie…“ setzt schon eine erste Vertrautheit mit dem Thema voraus und will die Jugendlichen zu einem selbständigen, kreativen Umgang mit dem Thema anregen. Sie kann gut im Anschluss an die Einübung von Segensworten und –gesten oder an die Konfi-Stunde zu Jakobs Kampf am Jabbok durchgeführt werden.

Baustein „Segen ist wie…“ – Block-Einheit (ca. 2,5 Zeitstunden + Pause) [47 KB]
(Methode nach: Kessler/Nolte, Konfis auf Gottsuche, Gütersloh 2003, S. 126 ff „Beten ist wie …“)

 

KA Wochenende

Der Entwurf eines Wochenendes verbindet schließlich mehrere der beschriebenen Bausteine (Gesten, Jabbok, Segen ist wie...) und ergänzt sie um eine Einheit zur Auswahl und Gestaltung von persönlichen Segensworten als Konfirmationssprüchen.

Segen - Konfirmation - Wochenende [1.027 KB]

 

Arbeiten mit dem Material der Impulspost

In diesem Artikel geht es um die Segenskärtchen der Impulspostaktion: "Zum Glück gibt`s den Segen". Sie können diese Kärtchen – wie auch alles andere Material der Aktion – kostenfrei (bis der Vorrat reicht) beim Medienhaus der Ev. Kirche in Hessen und Nassau bestellen. Weitere Bausteine und Anregungen sind zu finden auf der Internetseite www.gluecksegen.de.

Wenn Sie eine der Ideen ausprobiert haben und es hat Ihnen Freude gemacht, würden wir uns wiederum freuen, von Ihnen eine kurzen Bericht zu erhalten. Wer weiß, vielleicht können wir ihn ja in einer der kommenden Ausgaben veröffentlichen.

In diesem Artikel von Uwe Martini (Schönberger Heft 1/14) finden Sie eine Reihe von Ideen, wie die Materialien der Impulspostaktion „Zum Glück gibt`s den Segen“, besonders die Segenskärtchen im Visitenkartenformat, in der Konfirmandenarbeit eingesetzt werden können. Jeder dieser Impulse sollte mit einer Einheit verknüpft werden, in denen die Konfis sich mit dem Begriff „Segen“ auseinandersetzen und versuchen einen eigenen Zugang zum Thema zu finden. Dies kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen. Hinweise finden Sie hier in diesem Materialpool.


Du bist ein Segen! Sie sind ein Segen! Ideen für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden mit den Segenskärtchen der Impulspost „Zum Glück gibt‘s den Segen“ [23 KB]

 

Weitere Hinweise

Gut geeignet zur thematischen Erarbeitung des „Segens“ ist das Buch: „Mittendrin. Das Buch für Konfirmandinnen und Konfirmanden“ von Jörg Reich (Neues Buch Verlag 2013). Unter der Überschrift „Was fang ich bei dem Segen an?“ sind dazu zahlreiche Fotos, Texte und Anregungen - bis hin zu Konfirmationssprüchen - zu finden. Der zugehörige Band für die Unterrichtenden enthält passende Gestaltungsvorschläge für Konfi-Stunden.

Raum für eigene Zugänge, für die gestalterische und künstlerische Umsetzung des Segens-Themas durch die Jugendlichen eröffnet Ekkehard Langbein in seinem Beitrag „Weitergehen, weil ich gesegnet bin“ im Arbeitsbuch „Kreuzundquer. Impulse für die Konfirmandenzeit“ (hgg. von N. Dennerlein/M. Rothgangel, Vandenhoeck & Ruprecht 2005). Im gleichnamigen Werkbuch für die Unterrichtenden entfaltet er das Thema ausführlich in theologischer und pädagogischer Richtung und erweitert seinen Entwurf mit zahlreichen Alternativ-Vorschlägen zur Gestaltung.

Die Zeitschrift „KU-Praxis“ widmete 2001 das Heft 42 dem Thema „Segnen für die Lebensreise. Anregungen und Bausteine zur Konfirmation“. Darin findet sich, neben zahlreichen Beiträgen, Ideen und Materialien rund um den Konfirmationstag, auch ein Entwurf für vier Doppelstunden mit dem Titel „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“. Er stammt ebenfalls von Ekkehard Langbein. Seinem handlungs- und erfahrungsorientierten Ansatz entsprechend, wird die Bedeutung von Segen mit Bildern, szenischen Darstellungen oder Ton-Arbeiten entwickelt.

Segen wird als Teil des Gottesdienstes auch in liturgiepädagogischen Materialien zur Konfirmandenarbeit berücksichtigt. Hier steht besonders der körperliche Ausdruck in Haltungen und Gesten im Mittelpunkt. Zwei Veröffentlichungen sind dazu in den letzten Jahren erschienen:

Carsten Haeske und Heide Liebold unterstützen Konfirmandinnen und Konfirmanden darin, über Bewegungen und Gesten ein Gefühl für den Segen zu entwickeln (diess., „Das richtet mich auf!“. Den Gottesdienst über Gesten entdecken; Modul 7: Segen – verabschieden und schließen, S. 35-36, in: KU-Praxis 57 „Gottesdienst“, Gütersloher Verlag 2012).

Christiane Berthold-Scholz und Claudia Rudolff leiten in mehreren Bausteinen dazu an Segen zu erleben und auszudrücken. Dabei geht es um den aaronitischen Segen, ebenso um den Konfirmationssegen, aber auch um selbstgestaltete Segensworte. Zwei Phantasiereisen als Zugang zum Thema runden die Darstellung ab (Kraft von oben – der Segen, S. 28-30, in: diess., Verstehen, was da läuft. Eine Erschließung der agendarischen Liturgie für Jugendliche und Erwachsene in der Konfirmandenarbeit, PTI Kassel 2011; dort zu bestellen: www.pti-kassel.de ).

 

Web

Und bei rpi-virtuell ist eine Materialsammlung aus dem Evangelischen Schulreferat Köln zu finden. Unter der Überschrift „Viel Glück und viel Segen“ sind dort Texte und Anregungen für Primarstufe und Sek. I zusammengestellt.
http://www.rpi-virtuell.net/workspace/9CE91FBA-F6F3-4147-B7B1-CB3086667CD8/glueck%20und%20segen/glueck_und_segen.pdf

Grundlagen und Ideen zur Entwicklung dieser Bausteine verdanke ich verschiedenen Materialien zur Konfirmandenarbeit: Berthold-Scholz/Rudolff, Kraft von oben – der Segen, S. 28-30, in: diess., Verstehen, was da läuft. Eine Erschließung der agendarischen Liturgie für Jugendliche und Erwachsene in der Konfirmandenarbeit, PTI Kassel 2011; Kessler/Nolte, Konfis auf Gottsuche, Gütersloh 2003, S. 126; Hinderer, Tröndle, Meinem Leben auf der Spur ... – eine »Taufspirale« , S. 9 ff, in: KU-Praxis 56; Langbein, Weitergehen, weil ich gesegnet bin, S. 108-115, in: Kreuzundquer: Das Werkbuch, Göttingen 2005. Beim Überlegen und Ideen-Entwickeln bekam ich entscheidende Impulse durch die Kolleginnen Barbara Görich-Reinel und Birgit Müller. Für Anregungen, Erfahrungen und für das Gegenlesen der Entwürfe bedanke ich mich bei beiden ganz herzlichen.

Nun wünsche ich allen einen gesegneten Gebrauch der Materialien zur Konfirmandenarbeit!


Andrea Knoche